
Editorials
Die Christliche Wissenschaft unternimmt heute etwas sehr Mutiges: angesichts scheinbar herrschender Unvollkommenheit erklärt sie der Welt die Vollkommenheit G ottes und die Vollkommenheit Seiner ganzen Schöpfung. Überall auf der Erde scheint es Krankheit, Sünde und Tod zu geben.
Nach dem materiellen Sinnenzeugnis scheint der Menschheit Genuß des Guten — der Gesundheit, der Eintracht und des Glücks — nicht gesichert, wogegen schlimme Erfahrungen wie Krankheit und Sünde, Widerwärtigkeit und Enttäuschung anscheinend so vorherrschen, daß die Menschen über ihren Zustand und ihr Wohl leicht in Ungewißheit, Zweifel und Furcht geraten. Daher sollte die von Jesaja im Zusammenhang mit seiner Weissagung über den Christus geäußerte Verheißung alle Menschen besonders anspornen: „Der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein, und der Gerechtigkeit Nutzen wird ewige Stille und Sicherheit sein”.
Wenn einer glaubt, etwas, was falsch ist, sei wahr, sagt man, er ist im Irrtum. Sobald er die Wahrheit erfährt, ist die Lüge, die er gedanklich beherbergt hatte, überwunden, oder mit andern Worten, er ist hinsichtlich jenes gewissen Etwas nicht mehr im Irrtum.
Gottes Absicht ist segensreich, unwiderruflich, und wenn wir sie freudig anerkennen und uns zu eigen machen, geben wir den Glauben an das Böse auf und bringen Gesundheit und Harmonie in unsere Erfahrung. Es ist keine Ungewißheit in der Absicht und in der Macht des L ebens, der L iebe und der W ahrheit, die ganze Schöpfung zu segnen.
Zu allen Zeiten haben Führer der Menschen und geistige Seher einen hohen Maßstab gefordert. Im Altertum erging an Aaron und seine Söhne das eindringliche Gebot Mose’s: „Ihr sollt keinen Wein noch starkes Getränk trinken, wenn ihr in die Hütte des Stifts geht”.
Da der sterbliche oder fleischliche Sinn nur eine Fälschung des einen G emüts, G ottes, ist, kann er bei allem, was er zu bieten oder zu tun behauptet, sich nicht über die niedrige Stufe des Fälschens erheben. Alles, was dieses sogenannte Gemüt bietet, sei es offensichtlich schlecht und schädlich oder als gut und wünschenswert angepriesen, ist in die Form der Materie gegossen und mit dem Siegel des Satans, dem Zeichen des Bösen, gestempelt.
Was für eine Last den Menschen doch abgenommen wäre, wenn sie der Unzerstörbarkeit des Lebens gewiß wären! Denn es ist ebenso gewiß, daß sehr viel Elend des menschlichen Daseins auf die Furcht vor dem Tode zurückzuführen ist, wie es gewiß ist, daß die Furcht vor dem Tode das Heilen von Krankheit verhindert. Lösche die Furcht vor diesem Feinde im Denken eines Menschen, der glaubt, daß er hinscheiden müsse, aus, und Hoffnung und Vertrauen werden in seinem Bewußtsein wieder entfacht und damit Gesundheit und Kraft erneuert.
Seit Jahrhunderten lesen und singen fromme Menschen die Worte des Psalmisten: „Dienet dem Herrn mit Freuden; kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! .
Auf Seite 109 in „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift” sagt uns Mrs. Eddy, wie sie bei ihrem Forschen nach der Wissenschaft des Heilens ausharrte; und sie fügt hinzu: „Durch göttliche Offenbarung, Vernunft und Demonstration fand ich meinen Weg zu absoluten Schlüssen”.
Nichts ist für die Menschheit von größerer Wichtigkeit als die Erkenntnis G ottes als des einzigen Schöpfers und Seiner Schöpfung, des Menschen. Denn diese Erkenntnis stellt das Falsche der die Menschen fesselnden materiellen Schöpfungsauffassung bloß und bahnt dadurch den Weg zu ihrer Befreiung von den Folgen der Materialität.