
Editorials
Der bunte Wechsel in menschlichen Regierungen läßt erkennen, daß die Menschheit auf der Suche nach etwas ist, was zu nationaler Standsicherheit, Freundschaft und Wohlfahrt führt. Im großen ganzen scheint sich das Menschengeschlecht in einem zu unheilvollen Folgen führenden Strudel materiellen Denkens zu befinden, und aus dieser mißlichen Lage kann nur geistiges Verständnis sie befreien.
Man kann sagen, daß „die wissenschaftliche Erklärung des Seins” von Mrs. Eddy auf Seite 468 in „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift” mit dem Geiste des Gebotes Christi Jesu: „Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein” übereinstimmt und Gehorsam gegen diesen Geist zum Ausdruck bringt; denn sie besteht aus klaren Bejahungen der Wahrheit über G ott und den Menschen und aus bestimmten Verneinungen der Irrtümer, die mit der falschen Behauptung, daß der Mensch und das Leben in der Materie und aus Materie seien, verknüpft sind.
Religion ist schon erklärt worden als „jedes System des Glaubens und der Anbetung”— wahrlich eine bündige Begriffsbestimmung. Und der Glaube und die Anbetung gelten stets einem Wesen, das die Anbeter für größer als sich selber halten.
Wenn wir durch Versuchung verwirrt oder erschreckt werden, können wir vertrauensvoll beachten, daß in den Botschaften an die sieben Kirchen im 2. und 3.
Nachdem die Kinder Israel ihre Freiheit von Pharao, den sie als ihren einzigen Fronvogt betrachtet hatten, erlangt hatten, stellte es sich heraus, daß viele unterjochende Gedankenzustände in ihnen selber berichtigt werden mußten, ehe sie ins gelobte Land einziehen konnten. Die Pharaonen materieller Annahme wie Furcht, Undankbarkeit, Ungerechtigkeit, Abgötterei, Eifersucht und Sinnlichkeit, denen sich die Israeliten hingaben, unterjochten sie und hielten sie vierzig Jahre in der Wüste zurück.
Ein hervortretender Zug der Christlichen Wissenschaft ist der Nachdruck, den sie auf den Gehorsam gegen die Zehn Gebote, die Verkörperung des Sittengesetzes, legt. Zu allen Zeiten ist mehr oder weniger klar erkannt worden, daß sittliche Aufrichtigkeit für alle, die sie unterstützen und betätigen, von Wert ist.
Christus Jesus, dessen Lehren und Beispiel von unermeßlichem Einfluß sind, faßte vor Pilatus seinen Lebenszweck in die Worte zusammen: „Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit zeugen soll”. Sorgfältiges Sichvertiefen in die Worte des Meisters läßt klar erkennen, daß die Wahrheit, für die er zeugte, die Wahrheit über G ott, seinen Vater und unsern Vater, einschließlich der Wahrheit über den Menschen, die harmonische, gesunde, reine und vollkommene Widerspiegelung G ottes, war.
Die Christliche Wissenschaft lehrt, daß G ott unendlich — das All in allem — ist; daß Er das G emüt oder der G eist ist; daß Er gut ist; daß Er der Ursprung, die Ursache oder der Schöpfer alles wirklich Bestehenden ist. Sie lehrt auch, daß G ott allgegenwärtig, allwissend und allmächtig ist, oder mit andern Worten, daß Er alle Gegenwart, alles Wissen, alle Macht in sich schließt.
Viele , die jetzt Christliche Wissenschafter sind, gehörten früher Kirchen an, in denen allerlei Formen, Gebräuche und Handlungen mindestens einen Teil der Gottesdienste bilden. Es hat Überraschung und Erstaunen hervorgerufen, daß Menschen, auf die feierliche Handlungen beim Gottesdienst Eindruck gemacht hatten, und die Gefallen daran gefunden hatten, jetzt große Befriedigung und Frieden in den einfachen Gottesdiensten christlich-wissenschaftlicher Kirchen finden.
„Vertraue auf den Ewigen, wenn sich die Schatten verfinstern”. Mit diesen Worten beginnt ein schönes Lied im neuen christlich-wissenschaftlichen Liederbuch.