
Editorials
Es besteht kein Zweifel darüber, daß sich alle Menschen ohne Unterschied sehnen, Gewißheit zu erlangen nicht nur über die Fortdauer des Daseins sondern auch über die Fortdauer der Wesenseinheit des einzelnen,— Gewißheit über die Unsterblichkeit des einzelnen. Dieses allgemein unter den Sterblichen herrschende Verlangen spricht jedoch für die Fortdauer einer geläuterten Auffassung vom Sein, eines Daseins, das von den Zuständen, die die Weltlichkeit aufzuerlegen scheint, ganz getrennt ist.
Die Antwort, die Jesus dem Schriftgelehrten auf die Frage gab: „Welches ist das vornehmste Gebot vor allen?”, lautete: „Das vornehmste Gebot vor allen Geboten ist das:, Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Gott‘”. Es gibt einen G ott, und diese Tatsache wird durch die Christliche Wissenschaft der ganzen Welt verkündigt.
In „Miscellaneous Writings” (S. 155, 156) ermahnt Mrs.
Wenn im Laufe der menschlichen Erfahrung unsere lieben Freunde nicht mehr sichtbar unter uns weilen, werden wir durch die Verheißung des lieblichen Barden Israels versichert, daß der Stecken und Stab unseres liebevollen Vater-Mutter G ottes sowohl sie als auch uns trösten werden. Unsere Führerin erklärt: „Der Übergang von unserem niederen zu einem neuen und höheren Sinn vom L eben, selbst durch die Tür hindurch, die Tod genannt wird, bringt denen, die die Gegenwart ausgenutzt haben und für die Ernte reif sind, einen klareren und wahreren Sinn vom L eben” (Miscellaneous Writings, S.
Zögen wir sämtliche wunderbaren geistigen Eigenschaften in Betracht, die Christus Jesus zu dem machten, was er für die Welt war,— was er für sie ist,— so würden wenige unter uns sagen, seine Kraft zu lieben sei nicht die größte von allen gewesen. Sittlicher Mut beseelte ihn in großem Maße; unbegrenzte Standhaftigkeit in seiner Treue gegen die W ahrheit, eine Demut, die diejenige aller anderen Menschen übertraf, eine Macht, mit der sich nie eine andere messen konnte,— alle diese Eigenschaften zeichneten den Meister aus.
Wie ernstlich doch die Menschen nach Einheit mit dem Guten verlangt haben! Immer haben sie danach getrachtet, wenn auch auf manche falsche Art. Weil sie das Wesen des Guten weder vollkommen gekannt noch vollkommen verstanden haben, war es nicht verwunderlich, daß ihre Bemühungen mehr oder weniger falsch waren und zu keinen rechten Ergebnissen geführt haben.
Das menschliche Herz bedarf immer des Frohsinns. Unter dem Druck der Sinnlichkeit, der irrigen Annahmen, die die Sterblichen umgeben, wird es schwer und mutlos, wenn es nicht mit dem Lichte des Verständnisses, des Verständnisses der Wahrheit über G ott und den Menschen, erleuchtet wird.
Wie wenig sich die Menschen des unendlichen Wesens des Reichtums des Guten G ottes doch bewußt sind! Weil sie vielfach gelehrt worden sind, alles vom Standpunkte der Endlichkeit aus anzusehen, ist ihr Blick sowohl der Unendlichkeit als auch der Ewigkeit des Guten geradezu verschlossen. Für gewöhnlich erwarten die Menschen fast immer das Ende des Guten.
Der Schüler der Christlichen Wissenschaft lernt bald den Wert der Bekräftigung verstehen. Die Christliche Wissenschaft hat ihm den Unterschied zwischen dem Wirklichen und dem Unwirklichen, zwischen dem Unsterblichen und dem Sterblichen, zwischen dem Stoff und dem G eist gezeigt; auch hat sie ihm gezeigt, wie man das eine ablehnt und am andern durch Bekräftigung der Wahrheit festhält, und er ist bestrebt, dieses Verfahren zu pflegen, es anzuwenden, indem er jede Art von Irrtum sowohl für sich als auch für andere zu überwinden trachtet.
Wie kein anderer, der je auf Erden gelebt hat, G ott so vollständig verstanden hat wie Christus Jesus, so hat kein anderer einen so tiefen Sinn von der Abhängigkeit des Menschen von G ott wie er bekundet. Jesus erkannte Ihn als das unendliche Wesen, als das L eben selber, als die Quelle alles Guten, als den Verleiher aller Wohltaten, und er wandte sich beständig mit Gebet und Danksagung an Ihn.