
Editorials
Nirgends sonst im Neuen Testament ist der Zweck des Wirkens Christi Jesu deutlicher hervorgehoben als im dritten Kapital des ersten Briefs des Johannes. In kurzer aber unverhüllter Sprache erklärt Johannes: „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß die Werke des Teufels zerstöre!” Über die Bedeutung dieser Stelle kann nicht der geringste Zweifel bestehen.
Es ist geradezu wunderbar, wie die Christliche Wissenschaft die Herzen der Menschen mit Frieden und Zuversicht erfüllt. Durch ihre Lehren finden die Mühseligen und Beladenen Erquickung und Frieden; die Kranken und Leidtragenden werden mit Gesundheit und Trost gesegnet; die Schwachen und Verzagten empfangen Kraft und Zuversicht, ihren Lebensweg fortzusetzen.
Wir alle müssen einmal lernen, uns von G ott regieren zu lassen. Die Christliche Wissenschaft, die die Wahrheit offenbart, daß G ott das göttliche G emüt ist, zeigt über jeden Zweifel hinaus, daß schließlich alle Menschen unbedingt von diesem G emüt regiert werden müssen.
Seit jenem denkwürdigen Morgen vor fast zweitausend Jahren, als die Geburt Jesu, des Christus, für die Menschheit ein neues Zeitalter einleitete, ist er, der der Menschheit Erlöser und Wegweiser werden sollte, die höchst überragende Gestalt aller Zeiten und der Mittelpunkt der menschlichen Aufmerksamkeit geblieben. Um die Begleitumstände seiner niedrigen Geburt haben sich sehr viele Streitfragen erhoben; die sorgfältigste Untersuchung jeder geringfügigsten Einzelheit seines irdischen Lebens wollte zu keinem Ende kommen; was die Heilige Schrift über das Ende seiner irdischen Laufbahn berichtet, ist vielfach angezweifelt worden; über die Bedeutung seines unvergleichlichen Vorbildes gehen die Ansichten immer noch weit auseinander.
Es gibt wohl kaum ein Thema, das in der heutigen Zeit häufiger betrachtet und besprochen wird als die Brüderschaft der Menschen. Alle Welt nimmt an, daß diese Brüderschaft Tatsache ist, und die Mehrzahl der Menschen gibt willig zu, daß die meisten Probleme dieser Welt bald glücklich gelost werden konnten, wenn diese Brüderschaft vom Standpunkt der allumfassenden L iebe aus richtig verstanden und bewiesen würde.
Die Christliche Wissenschaft stimmt mit dem Urchristentum überein und unterscheidet sich von allen andern metaphysischen Lehrgebäuden. Leute mit den verschiedensten Meinungen, mit weit auseinander gehenden religiösen Ansichten, Christen, die sich früher über Glaubenssätze nicht einigen konnten, Juden und Heiden, einst der Meinung, daß sie sich nie auf dem gleichen Gebiete zusammenfinden würden,— sie alle haben die Christliche Wissenschaft angenommen und sehen die Unterschiede in dem sie einenden geistigen Verständnis völlig verschwinden.
Die Christen sind sich im allgemeinen über gewisse Grundsätze einig. So stimmen sie zum Beispiel darin überein, daß es Jesu Aufgabe war, der Welt die frohe Botschaft der Erlösung zu bringen.
Wenn man von Heilung spricht, denkt man gewöhnlich an die Befreiung eines kranken Menschen von irgendeinem Leiden. Die Krankheit wird körperlich genannt, wenn sie am Körper in die Erscheinung tritt, oder mental, wenn sie sich als Verstandesschwäche oder Verstandesverwirrung zeigt.
Als Jesus sagte: „Darum sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen,” gab er einem Gebot Ausdruck, das anzunehmen und zu betätigen die Menschheit sehr gezögert hat. Das, was dieses Gebot lehrt, ist den gewöhnlichen Annahmen des sogenannten menschlichen Gemüts, das nur an seine eignen Sorgen denkt, allzusehr entgegengesetzt, als daß die Sterblichen ohne weiteres verstünden, wie sie Jesu Gebot befolgen können, selbst wenn sie den Wunsch hätten, es zu tun.
Die Christlichen Wissenschafter werden oft aufgefordert, sich andern als den im Kirchenhandbuch genannten Tätigkeiten zu widmen. Der Irrtum kennt offenbar kein erfolgreicheres Mittel, die Ziele der W ahrheit zu vereiteln, als das, ihre Nachfolger zu verleiten, daß sie ihre Kräfte in einer Weise verwenden, die den geistigen Fortschritt nicht unmittelbar fördert.