
Editorials
Der lähmende und betäubende Einfluß der Furcht tritt wohl nirgends so deutlich zutage wie im Gleichnis von den anvertrauten Zentnern. Die Worte des faulen Knechtes: „Und fürchtete mich,” bringen den Grund seiner strafwürdigen Untätigkeit zum Ausdruck.
Im hundertundsiebten Psalm findet sich eine merkwürdige Beschreibung der Kämpfe, welche die Sterblichen zu Wasser und zu Land durchmachen in ihrem Bestreben, sich von den Banden der Sünde und Krankheit und von der Furcht des Todes zu befreien. Wahrlich, die Probleme der Menschheit haben sich im Verlauf der Jahrhunderte unter dem Einfluß der materiellen Vorstellungen nur wenig verändert! Wie ein helles Licht leuchtet jedoch durch diese Aufzeichnung menschlicher Erfahrungen hindurch die Tatsache, daß die göttliche L iebe die Menschheit stets unwiderstehlich von den sterblichen Vorstellungen weg- und der Wahrheit zuführt, der Wahrheit, die alles Böse überwindet.
Immer und immer wieder wird den ersten Suchern nach Wahrheit die Frage vorgelegt: „Wenn es keinen Tod gibt, wie die Christliche Wissenschaft lehrt, warum wird dann ein solches Ereignis den Anhängern dieser Lehre zur Erfahrung?” Nun ist der Fragende entweder einer, der an der Christlichen Wissenschaft etwas auszusetzen sucht, oder aber einer, dessen neuerwachter Glaube an einen G ott der Liebe durch den Umstand, daß ein Christlicher Wissenschafter die Probe nicht bestanden hat, sehr wankend geworden ist. Die Sache erklärt sich dadurch, daß der materielle Sinn bei weitem das Übergewicht hat über die geistige Erkenntnis.
Wenn auch die folgenden Worte eines bekannten Schriftstellers über Volkswirtschaft vom rein materiellen Standpunkt aus geschrieben wurden, so enthalten sie doch eine wertvolle Lehre: „Der Schüler beinahe jeder Wissenschaft stößt anfangs auf Hindernisse. Gelingt es ihm, sie zu beseitigen, so scheint sein Fortschritt gesichert.
Christliche Wissenschafter begegnen gar oft der Behauptung, das Heilen durch geistige Mittel sei kein wichtiger Bestandteil der Religion; ja man müsse es geradezu als ein Unrecht betrachten, wenn jemand heutigestags in der Weise heilen wolle, wie Jesus und seine Jünger heilten. Nun ist es eine interessante Tatsache, daß dem Heilungswerk des Meisters die gleichen Einwände entgegengestellt wurden.
Die Ereignisse der Geschichte haben dargetan, daß die bewiesene Wahrheit nicht unterdrückt werden kann, und daß sie zuletzt alles besiegt, was ihrem Fortschritt im Wege zu stehen scheint. Wir brauchen uns daher als Christliche Wissenschafter keine Sorgen zu machen, wenn den bewiesenen Wahrheiten unsrer Glaubenslehre Widerstand entgegentritt.
Es ist sehr erfreulich, daß im Verlaufe der Zeit die großen wissenschaftlichen Entdeckungen, die Mrs. Eddy bereits vor vier Jahrzehnten verkündete und die seitdem so bitter angegriffen worden sind, eine nach der andern Anerkennung gefunden haben.
Über den Zweck der Sendung des Messias finden wir in der Heiligen Schrift zwei Aussprüche, die sich direkt zu widersprechen scheinen, deren wichtige Bedeutung aber im Lichte der christlich-wissenschaftlichen Lehre völlig klar wird. Den Aufzeichnungen des Matthäus zufolge gab nämlich Jesus die bestimmte Erklärung ab, er sei nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen, während wir in der ersten Epistel des Johannes lesen, der Sohn G ottes sei erschienen, „daß er die Werke des Teufels zerstöre.
Als vor alters die Kinder Israel auf dem Weg waren nach dem Lande, das allgemein als ein Sinnbild des dem Menschen von G ott verliehenen Erbes angesehen wird, ermahnte sie Moses, nie von dem geraden und schmalen Weg abzuweichen. Im 5.
Auf Seite 467 von Wissenschaft und Gesundheit erklärt Mrs. Eddy, wenn die Welt erst erkannt habe, daß alle Menschen Kinder des einen G ottes und Vaters sind, würden Kriege aufhören, und die wahre Brüderschaft der Menschen würde zur Verwirklichung kommen.