
Editorials
Wenn die Bergpredigt das Wesen der Christlichen Wissenschaft in sich faßt, wie Mrs. Eddy auf Seite 271 von Wissenschaft und Gesundheit sagt, so ist die „Goldene Regel” ihr Inbegriff.
Wer die Gottesdienste in einer Kirche der Christlichen Wissenschaft besucht hat, weiß, daß hier das Abendmahl im Gegensatz zu den Kirchen andrer Konfessionen ohne die materiellen Elemente des Brotes und Weines gefeiert wird. Mrs.
Die Menschen sind stets bestrebt gewesen, eine Macht, die zu verstehen sie nicht einmal versucht haben und vor der sie sich fürchten, zu beeinflussen oder zu beschwichtigen. Das Ergebnis war der jämmerliche Götzendienst, die Verehrung von Macht und Reichtum, und dergl.
Mitglieder der Kirchen der Christlichen Wissenschaft sowie auch andre, die unsern Gottesdiensten beiwohnen, beklagen sich zuweilen, daß nicht alle Besucher die Rechte derer, die sich in ihrer nächsten Umgebung befinden, in genügendem Maße berücksichtigen. Rücksichtslosigkeit beruht zuweilen nur auf Gedankenlosigkeit, ist aber darum nicht weniger unangenehm.
Indem Mrs. Eddy der Welt die Christliche Wissenschaft gab —„das Gesetz G ottes, das Gesetz des Guten, welches das göttliche P rinzip und die Regel der universellen Harmonie deutet und demonstriert” („Rudimental Divine Science,“ S.
Die von unsrer verehrten Führerin zusammengestellte Predigt, welche bei der Einweihung des ursprünglichen Baues Der Mutter-Kirche vorgelesen wurde, enthält folgende Worte: „Ich habe die Bibel und das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, zum Pastor Der Ersten Kirche Christi, der Scientisten, in Boston, ordiniert, solange wie diese Kirche mit diesem Pastor zufrieden ist” („Pulpit and Press“, S. 7).
Inmitten des gegenwärtigen Konfliktes, wie die Welt ihn nie zuvor gesehen hat, und bei dem lauten Waffengeklirr, das alle Stimmen zu übertönen droht, ja selbst den Engelgesang zu Bethlehem, muß man an die scheinbar widersprechenden Äußerungen des Meisters über den Frieden denken. Zu der größeren Jüngerschar sagte er: „Ihr sollt nicht wähnen, daß ich kommen sei, Frieden zu senden auf die Erde.
Wäre der herrschende Begriff von G ott und vom Menschen vor dem Kommen Jesu richtig gewesen, und hätte unser Meister in Übereinstimmung mit diesem Begriff gelehrt, so würden ihm keine Hindernisse entgegengetreten sein und er wäre nicht verfolgt und gekreuzigt worden. Seine Lehren wichen jedoch sehr von denen ab, die zur Zeit seines Amtsantritts Geltung hatten, weshalb die Schriftgelehrten und Pharisäer aufgebracht waren und ihn zu stürzen und sein Werk zu unterdrücken suchten.
Unter denen, die sich nicht die Mühe genommen haben, einen Einblick in das Wesen der Christlichen Wissenschaft zu tun, herrscht vielfach die Ansicht, daß diese Lehre ausschließlich ein Heilmittel für körperliche Leiden sei, eine Art Universalarznei, der man etwas Religion beigemischt habe, um sie schmackhafter zu machen. Eine solche falsche Auffassung von der Christlichen Wissenschaft ist darauf zurückzuführen, daß die Kirche das Heilungswerk Jesu und seiner Apostel seit Jahrhunderten nicht mehr als einen wichtigen Teil des Christentums aller Zeiten angesehen hat.
Die Tatsache, daß dem menschlichen Gemüt geistige Dinge von jeher geheimnisvoll vorkamen, hat seitens der Propheten, der Apostel und des großen Meisters gebührend Beachtung gefunden. Das Wort „Geheimnis” wird auf verschiedene Weise erklärt.