
Editorials
Jede Frage der Besserung oder des Fortschritts ist eine Frage der Ursache und Wirkung, oder sollte es wenigstens sein. Es ist offenbar töricht, einen bösen Zustand beseitigen zu wollen und zugleich das, was den Zustand hervorgerufen hat, außer acht zu lassen.
Viele von denen, die sich der Christlichen Wissenschaft gegenüber ablehnend oder feindselig Verhalten, suchen dies dadurch zu rechtfertigen, daß diese Religion das Böse als unwirklich bezeichnet; ja man hört oft die Behauptung, die Christliche Wissenschaft leiste durch diese Lehre geradezu der Sünde Vorschub. Wer die Christliche Wissenschaft in dieser Weise kritisiert, sieht offenbar nicht ein, daß, wenn er für die Wirklichkeit des Bösen eintritt, er G ott mißachtet.
Denn der Weisheit Anfang ist, wenn man sie gerne höret und die Klugheit lieber hat denn alle Güter. ” So lautet die Ermahnung Davids an seinen Nachfolger auf dem Throne Israels, eine Ermahnung, die auch in unsern Tagen für einen jeden hohen Wert hat.
Die Tatsache, daß Jesus das Heilungswerk in solch umfangreicher Weise betrieb und von seinen Nachfolgern betreiben ließ, läßt erkennen, daß er diesem Teil seiner Amtstätigkeit einen höheren Wert beimaß, als die meisten seiner erklärten Nachfolger zuzugeben bereit sind. Es ist jedoch zu beachten, daß das Erlangen von körperlicher Gesundheit gemäß dem Christus-Verfahren die Bedeutung eines solchen Geschehnisses nur sehr unvollkommen darstellt.
Jesus verwies seine Nachfolger während seiner irdischen Amtstätigkeit fortwährend auf die große Notwendigkeit, das ewige Leben zu erlangen. Vor seiner Zeit hatten die Propheten viel vom langen Leben als dem natürlichen Ergebnis einer gottwohlgefälligen Lebensführung gesprochen.
Es ist eine bedeutungsvolle Tatsache, daß ein beträchtlicher Teil des Neuen Testaments von dem Heilungswerk unsres Meisters handelt. Und doch verwerfen viele Menschen die Christliche Wissenschaft, weil ihre Anhänger die Kranken nach demselben Verfahren zu heilen behaupten, das Christus Jesus anwandte.
Naturgemäß haben die meisten von denen, die durch die Christliche Wissenschaft Gutes erlangt haben, den ernsten Wunsch, zu verstehen, warum und wie sie geheilt worden sind, selbst nachdem der Arzneimittellehre zufolge keine Rettung zu erwarten war. In den meisten Fällen sind sie erst dann zufrieden, wenn sie angefangen haben, in unserm Lehrbuch zu forschen und dessen Lehren zu demonstrieren.
Diejenigen, denen es vergönnt ist, die Mittwochabend-Versammlungen in Der Mutter-Kirche regelmäßig oder doch wenigstens dann und wann zu besuchen, sind mit der Bemerkung vertraut, die man oft von Besuchern aus den Zweig-Kirchen hört: „Ich bringe Ihnen Grüße”, worauf die Kirche genannt wird, welcher der Betreffende angehört. Diese Gewohnheit kann auf die Tage der großen Jahresversammlungen zurückgeführt werden, wo viele der Anwesenden als Vertreter einer Zweig-Kirche oder Vereinigung sprachen.
Der Anhänger der Evolutionslehre glaubt auf Grund seiner Beobachtungen der physischen Entwicklung der Sterblichen, daß keine vollkommenere Maschine je erdacht oder hergestellt worden sei als der physische Körper. Ferner ist es seine Ansicht, daß die Physik im Erfassen und Beherrschen der sogenannten Naturkräfte eigentlich nur erst den Anfang gemacht habe.
Unter den vielen falschen Vorstellungen von der Christlichen Wissenschaft ist wohl keine so weit verbreitet wie die, daß eine optimistische Haltung gegenüber den täglichen Vorkommnissen des sterblichen Daseins der Ausübung dieser Lehre gleichkomme. Diejenigen, die durch ernstes Forschen in der Bibel und in Wissenschaft und Gesundheit die Kraft und Zuversicht erlangt haben, wie sie schon eine teilweise Erkenntnis der Allmacht der W ahrheit verleiht, verbreiten allerdings eine Atmosphäre des Friedens und Frohsinns, welche denen, die in ihren Bereich kommen, den Eindruck geben muß, daß die Christliche Wissenschaft ihre Anhänger befähigt, vielem, was dem sterblichen Denken unerträglich erscheint, mit Gleichmut zu begegnen.