
Editorials
Wer fleißig in seinem Neuen Testament gelesen hat, wird das Vergeben als eine der wichtigsten Christenpflichten erkennen. Jesus erklärte gleich zu Anfang seiner Erdenmission: „Ihr sollt nicht wähnen, daß ich kommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht kommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.
Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebet”, sagte Christus Jesus. Dies Gebot, das der geliebte Jünger so oft wiederholte, kann man am besten verstehen, wenn man es neben die Erklärung des Meisters stellt, daß die Wahrheit frei macht; denn dadurch tritt die Wesenseinheit von W ahrheit und L iebe und ihre Übereinstimmung mit dem tätigen P rinzip des Weltalls klarer zutage.
Überall in Wissenschaft und Gesundheit weist Mrs. Eddy die Christlichen Wissenschafter auf die Notwendigkeit hin, sich allen Ernstes um das Erlangen der Freiheit zu bemühen, die des Menschen Erbteil ist.
Oberflächliche Beobachter sind sehr dazu geneigt, die Christliche Wissenschaft und die sogenannte Glaubensheilung als völlig gleichartig zu betrachten. Daher bietet sich den Christlichen Wissenschaftern öfters Gelegenheit, Außenstehenden den Unterschied zu erklären.
Es hat gewiß nie eine Zeit gegeben, die treue Zeugen der Wahrheit nötiger hatte als die unsre — Zeugen, die die Wahrheit im täglichen Leben in schlichter und einfacher, aber überzeugender Weise zum Ausdruck bringen. Wenn auch in dieser Hinsicht ein großer Mangel herrscht, so ist es doch ein Grund zur Freude, daß die Christlichen Wissenschafter bereits sehr dazu beigetragen haben, die richtigen Zustände herbeizuführen — daß ein jeder von uns an dieser Reichsgottessache mitwirken kann.
Alle , die in unserm Lehrbuch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift forschen, sind sich bewußt, daß ihr Fortschritt zum großen Teil von dem fleißigen Studieren der Lektionspredigten abhängt, deren christianisierender Einfluß sich rasch über die ganze Erde verbreitet und die Ansichten über G ott und über des Menschen Beziehung zu Ihm vereinheitlicht. Wie wohl allgemein zugegeben wird, richtet sich der Charakter von Menschen und Nationen in hohem Grade nach ihrem Begriff von G ott und Seinem Gesetz.
Seitens derer, die sich absprechend über die Christliche Wissenschaft äußern, wird oft die Frage aufgeworfen, warum in Wissenschaft und Gesundheit wie auch in unsern Zeitschriften dem Heilungswerk so viel Raum gewidmet wird, und warum die Christlichen Wissenschafter diesen Gegenstand in den Mittwochabend-Versammlungen sowie im Gespräch so oft erwähnen. Als Antwort sei gesagt, daß der Grund derselbe ist, den die Verfasser der Evangelien und der Apostelgeschichte hatten, als sie so viele von den Heilungen aufzeichneten, die der Meister und seine Jünger vollbrachten; ja der Apostel Johannes sagt am Ende seines Evangeliums: „Es sind auch viele andre Dinge, die Jesus getan hat; so sie aber sollten eins nach dem andern geschrieben werden, achte ich, die Welt würde die Bücher nicht begreifen, die zu beschreiben wären.
Es gibt für den Christlichen Wissenschafter wohl keine sicherere Verfahrungsart, sich seines Standes in der Christlichen Wissenschaft zu vergewissern, als sich ernstlich zu fragen, ob er auf der Seite der Geber oder auf der Seite der Empfänger stehe. Weshalb sind wir Christliche Wissenschafter: um zu geben oder um so viel als möglich zu nehmen? Bringen wir andern den Segen, der uns zuteil worden ist? Geben wir der von Mrs.
Wenn Schüler der Christlichen Wissenschaft die geistige Bedeutung von Schriftstellen betonen, so denken Außenstehende zuweilen, es werde der wörtliche Sinn dieser Stellen in Abrede gestellt oder unbeachtet gelassen. Dies würde jedoch Mrs.
In dem Leben des Christen gibt es zwei Arten von Tätigkeiten, die untrennbar sind, nämlich rechtes Denken und rechtes Handeln. Der Apostel Jakobus betont das rechte Handeln ganz besonders in jener bekannten Stelle, die mit folgenden Worten endet: „Also auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot an ihm selber”, während der Apostel Paulus in seinem Brief an die Philipper die Notwendigkeit des rechten Denkens hervorhebt, wenn er sagt: „Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohllautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach!” Im allgemeinen widmen die Christen der Berichtigung ihrer Handlungen weit mehr Aufmerksamkeit als der Reinigung ihres Denkens; sie begehen den großen Fehler, die Wirkung berichtigen zu wollen und dabei die Ursache unberührt zu lassen.