Wie bei allen anderen Tätigkeiten der christlich-wissenschaftlichen Kirche muß auf seiten der Kirchenmitglieder auch bei der Wahl der Kirchenbeamten geistiger Fortschritt zutage treten, sonst sind sie nicht wirklich vorwärts gekommen. Zu diesem Zwecke müssen sie bei der Vorbereitung und Leitung einer Wahl andachtsvoll Gottes Weisheit und Führung suchen. In dem Maße, wie von den üblichen menschlichen oder politischen Verfahren Gebrauch gemacht wird, um Stimmen zu gewinnen, wird das geistige Wachstum unterdrückt, und der eigentliche Zweck der christlich-wissenschaftlichen Organisation ist nicht erfüllt.
Im 1. Kapitel der Apostelgeschichte ist geschildert, wie die Jünger einen der Nachfolger Jesu wählten, um die durch den Abfall des Judas unter den Jüngern entstandene Lücke auszufüllen. Nachdem sie aus den hiefür Geeigneten zwei Bewerber für die engere Wahl aufgestellt hatten, „beteten sie und sprachen: Herr‚ aller Herzen Kündiger, zeige an, welchen du erwählt hast unter diesen zweien”. Sie beteten, um zu erfahren, welchen Gott erwählt hatte. Und ist nicht anzunehmen, daß die beiden Bewerber wahrscheinlich ebenso ernstlich wie die anderen Jünger beteten, um Gottes Wahl zu erkennen?
Im Handbuch Der Mutterkirche oder in den Satzungen der Zweigkirchen sind die Erfordernisse für die verschiedenen Ämter festgelegt; aber in der Regel ist es nicht allen Mitgliedern einer Zweigkirche möglich, sich durch persönliche Verbindung über die Befähigung jedes für ein Amt in Betracht kommenden Mitgliedes zu vergewissern. Dies verpflichtet die Wähler und den Gewählten zu demütigem Beten, um zu erfahren, ob er von Gott erwählt ist. Die Nichtannahme der Aufgaben eines Amtes aus falschem Unfähigkeitsgefühl oder aus Mangel an gutem Willen, dem Gedeihen der Kirche genug Zeit und Mühe zu widmen, ist vielleicht kein geringerer Irrtum als übereifrig dienen wollen, wenn man geistig nicht vorbereitet ist. Wie anders als durch Gebet und Vergeistigung des Denkens und Verlangens können wir wissen, wen Gott erwählt hat? Dieses Verfahren fordert von jedem Mitglied hingebungsvolles, andachtsvolles Bemühen.
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