Durch die unermüdliche Hilfe einer christlich-wissenschaftlichen Ausüberin wurde ich von einem Lungenleiden geheilt, entgegen dem Urteil mehrerer Spezialärzte, die eine Genesung ohne operativen Eingriff für unmöglich erklärt hatten.
Danach vertiefte ich mich mehr und mehr in meine berufliche Arbeit in dem Bestreben, die durch Krankheit verlorene Zeit wieder einzuholen, wodurch ich mich überarbeitet fühlte. Ich hatte Christi Jesu Gebot nicht beachtet (Matth. 6:25): „Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet.“ Da ich Fieber hatte, bat ich eine Ausüberin um Hilfe, und dank der gebeterfüllten Arbeit, die sie für mich tat, fühlte ich mich am nächsten Morgen soviel besser, daß ich aufstand, um zu einer geschäftlichen Verabredung in einer etwa 13 km entfernten Stadt zu fahren.
Ich konnte die Besprechung durchhalten und anschließen einen Rundgang durch mehrere Werkstätten mitmachen. Als ich dann aber von den freundlichen Gastgebern zum Essen eingeladen wurde, mußte ich ablehnen und mich schnell verabschieden, denn ich fühlte mich immer schlechter. Mit letzter Kraft fuhr ich nach Hause und nahm die Bibel und das christlich-wissenschaftliche Lehrbuch, „Wissenschaft und Gesundheit“ von Mary Baker Eddy zur Hand. Ich begann, im Lehrbuch zu lesen, schlief aber aus Schwäche immer wieder ein. Sooft ich aufwachte, las ich weiter.
Etliche Tage blieb ich im Bett, da ich Schmerzen in verschiedenen Körperteilen hatte. Aber ich fuhr beharrlich fort, immer wieder im Lehrbuch zu lesen, denn ich fühlte, das allein konnte mir helfen.
In den frühen Morgenstunden des vierten Tages überkam mich ein Gefühl der Verzweiflung. Es war mir wohl ähnlich zumute wie Elias, als er vor seinen Verfolgern in die Wüste floh und in Todesangst zu Gott betete (siehe 1. Kön. 19:3, 4). Dann, wie ein trotziges Kind, das mit seiner eigenen Kunst am Ende ist und hilfesuchend zu seinem Vater kommt, wandte ich mich endlich rückhaltlos an Gott.
Sofort verschwand meine Furcht, und ich kam zu einer wunderbaren Erkenntnis. Mir wurde klar, daß es in Gottes Gegenwart keine Krankheit geben kann und daß das göttliche Gemüt allerhaben ist. In diesem Augenblick fielen mir die Worte aus unserem Lehrbuch ein (S. 395): „Gleich dem großen Beispielgeber sollte der Heiler zu der Krankheit sprechen, wie einer, der Gewalt über sie hat, und sollte es Seele überlassen, den falschen Augenschein der körperlichen Sinne zu meistern und die Ansprüche der Seele der Sterblichkeit und Krankheit gegenüber geltend zu machen.“
Ich tat dies, und sofort verschwanden die Schmerzen in allen Körperteilen. Ich war überglücklich. Am Morgen bestätigte es sich, daß ich geheilt war. Ich stand auf, kleidete mich an und ging, wenn auch noch etwas schwach und zittrig, spazieren. Bald darauf war ich vollständig frei.
Bei allen späteren Krankheitsannahmen oder Bedrängnissen erinnerte ich mich an diese Demonstration der heilenden Kraft Gottes, und sie hat mir immer wieder Kraft und Hoffnung gegeben. Durch diese Erfahrung lernte ich die Bedeutung von Mrs. Eddys Worten auf Seite 10 in „Wissenschaft und Gesundheit“ verstehen: „Suchen genügt nicht. Ringen befähigt uns einzudringen.“ Und ich habe erkannt, daß jede Heilung ein Segen ist, für den wir unsere Dankbarkeit gegen Gott zum Ausdruck bringen sollten. — Frankfurt am Main, Deutschland.
